17.-23.Juli 1989: 25 Jahre FC Altenstädt

Jubiläum nach sensationellem Aufstieg
In einer Sportwoche feiert der FCA sein 25jähriges Bestehen. Das Geburtstagsgeschenk machte sich mit dem Aufstieg in die Bezirksoberliga selbst.
Als Gäste begrüßte man den Fußball Zweitligisten SV Darmstadt 98, der mit seinem Stürmeras Gu 8:3 gewann. Die SG wurde verstärkt durch Sauerwald und Hetzler (Naumburg), Tiegs und Krain (Wolfhagen), Wiegand und Münch (Balhorn) sowie Heinemann und Lesch (Elbenberg).
Die SG-Tore schossen Harald Krug, Sauerwald und Krain.
Weiter wurde der SC Göttingen 05 (Oberliga Niedersachsen) begrüßt. 1:7 hieß es am Ende, das Tor schoss Marco Vorsatz.
Schließlich gastierte auch der SV Buchonia Flieden (Landesliga), der mit dem FCA schon lange freundschaftlich verbunden war.
Darüber hinaus wurde eine Sportwoche durchgeführt und ein Spiel der Gründungself des FCA gegen einen Traditionsmannschaft des SV Balhorn (1:6) angepfiffen.

Der erweiterte Vorstand 1989:
hinten: Klaus Simshäuser, Karl Simshäuser, Bruno Wicker, Arnold Henkelmann, Hermann Ungeheuer, Ernst Welan, Hans-Dieter Wolf,
vorne: Friedhelm Götte, Brunhilde Löber, Silke Henkelmann, Eberhard Theis, Helmut Gebert, Heinz Ritter, Werner Schreckert;
nicht auf dem Bild: Manfred David, Dieter Simshäuser, Herbert Kimm, Helmut Reitze


Zur Festrede vom Ersten Vorsitzenden Heinz Ritter

Festrede zum 25-jährigen Bestehen des FC Altenstädt am 19.07.1989

von Heinz Ritter

Verehrte Gäste,
liebe Sportfreunde,
meine Damen und Herren,

ich darf Sie zu unserer heutigen Jubiläumsveranstaltung anlässlich unseres 25-jährigen Bestehens im Namen des FC Altenstädt auf das herzlichste Willkommen heißen.

Gestatten Sie mir bitte, dass ich unsere Ehrengäste besonders begrüße. Zunächst möchte ich den ersten Stadtrat unserer Stadt Herrn Bock, der auch kurzfristig die Schirmherrschaft für unser Jubiläum für unseren verhinderten Bürgermeister übernommen hat, herzlich begrüßen, und ihm Danke sagen für die Übernahme der Schirmherrschaft. Des Weiteren begrüße ich den Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Naumburg Herrn Zammert als Vertreter der städtischen Gremien.

Begrüßen möchte ich auch Herrn Sportreferent Düster von der Kreisverwaltung.

Weiter begrüße ich den Ortsvorsteher unserer Gemeinde Herrn Wendt, die Vertreter der Kirchen in unserer Gemeinde Frau Pfarrerin Umbach und Herrn Pfarrer Schröder, die Vertreter der Kreissparkasse und Raiffeisenbank. Den stellvertretenden Bezirksfußballwart Herrn Mihr, den Sportkreisvorsitzenden Herrn Bechtel, den Kreisfußballwart Herrn Bossecker, den Kreisjugendwart Herrn Rath, den Kreisschiedsrichterobmann Herrn Günther sowie den Vertreter der örtlichen Presse auf das herzlichste.

Ein weiterer Willkommens-Gruß gilt den Vertretern unserer Nachbarvereine aus Balhorn, Istha, Elbenberg, Ippinghausen, Naumburg, Heimarshausen, Riede und Wolfhagen.

Den 1. Vorsitzenden unseres Spielpartners Herrn Schwedes vom TSV Bründersen begrü0e ich auf das herzlichste, weiter begrüße ich die anwesenden Stadträte und Ortsbeiratsmitglieder aus Naumburg und Altenstädt, und nicht zuletzt ganz herzlich die Vorstände unserer örtlichen Vereine, mit denen uns eine gute Zusammenarbeit verbindet.

Ein herzlicher Gruß gilt auch den nicht namentlich genannten Gästen, die ich um Verständnis dafür bitte, dass ich Sie aufgrund der erfreulich großen Zahl schon alleine aus zeitlichen Gründen hier nicht einzeln erwähnen kann.

Nehmen Sie bitte diese pauschale Begrüßung mit der ich den Dank für Ihr Erscheinen verbinde, als einen von Herzen kommenden Willkommensgruß entgegen.

Schließlich begrüße ich unsere Mitglieder und deren Angehörige und Freunde ebenfalls sehr herzlich.

Meine Damen und Herren,

besonders schmerzlich vermissen wir gerade heute, an unserem Jubiläumstag die Sportfreunde, die uns viel zu früh für immer verlassen haben.

Ich darf Sie bitten, sich zu einem kurzen Gedenken an unsere verstorbenen Mitglieder von den Plätzen zu erheben.

Bitte nehmen  Sie wieder Platz!

Verehrte Gäste,
Liebe Sportfreunde,
meine Damen und Herren,

25 Jahre Sportverein – ein Grund zum feiern?

Nun jedenfalls Anlass genug für die Gründungsmitglieder, sich zurückzuerinnern, und für die jüngeren Mitglieder zu erfahren, wie es damals war und wie sich der Sportverein aus den ersten Anfängen entwickelt hat. Wir wollen aber auch gemeinsam mit vielen Freunden, die uns in den 25 Jahren begleitet haben unbeschwert feiern.

Es würde den Rahmen des Festabends sprengen, wollte man Gründung und Entwicklung des Sportvereins in allen Einzelheiten schildern. Aber es ist sicherlich angebracht, einige Ereignisse herauszugreifen und wesentliche Leistungen aufzuzeigen, auch wenn sehr vieles in der Festschrift ausführlich dargestellt ist.

Der Zeitbegriff ist relativ. Und ob die Zeit kurz oder lang ist, hängt wesentlich vom Empfinden des einzelnen ab, wie schon der Begründer der Relativitätstheorie, Albert Einstein, an einem anschaulichen Beispiel verdeutlicht hat: “Wenn man zwei Stunden lang mit einem netten Mädchen zusammensitzt, meint man, es wäre eine Minute. Sitzt man jedoch eine Minute auf einem heißen Ofen, mein man es wären zwei Stunden. Das ist Relativität.“. Die bisherige Vereinsgeschichte lässt sich natürlich weder mit einem heißen Ofen noch – und das mit recht nicht – mit einem netten Mädchen vergleichen, aber dennoch werden manchem die 25 Jahre kurz, anderen aber lange vorkommen.

25 Jahre sind aber ein wichtiger Markierungspunkt, an dem es sich lohnt, Bilanz zu ziehen. Ich bin überzeugt, dass die Bilanz so ausfällt, dass wir dankbar und zufrieden auf die Vergangenheit und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken dürfen. Wir sollten aber nicht auf vermeintlichen Lorbeeren ausruhen, sondern uns im Bewusstsein gemeinsamer Verantwortung weiterhin mit ganzer Kraft für die Aufgaben und Ziele dieses Vereins einsetzen.

Meine Damen und Herren,

nachdem der FC Altenstädt am 15. März 1964 nach mehrmaligen Gründungsversuchen in der Gaststätte Ritter von 37 Mitgliedern gegründet wurde, die überwiegende Zahl der Gründungsmitglieder waren aktive Sportler, die zur damaligen Zeit den Fußballsport bei unseren Nachbarvereinen nachgingen, möchte ich gleich zu Anfang meiner Ausführungen stellvertretend für alle Gründungsmitglieder, drei Namen besonders erwähnen, die die Geschicke unseres Vereins in die Hand nahmen.
Es waren dies die Sportfreunde Wilhelm Henkelmann als 1. Vorsitzender. Herr Henkelmann begleitete dies bestimmt nicht einfache Amt des Vorsitzenden in der damaligen Zeit von 1964 - 1966, also 3 Jahre. Ich möchte ihm heute noch einmal den Dank des gesamten Vereins aussprechen, dass er bereit war 1964 diese Aufgabe zu übernehmen.

Für den Spielbetrieb war Sportfreund Stefan Schandor als Spartenleiter verantwortlich, er begleitete dieses Amt von 1964 -1968. Sein Verdienst war es, dass alle aktiven Fußballer, die in den Nachbarvereinen spielten, den Weg nach Altenstädt zurückfanden. Lieber Stefan, auch Dir an dieser Stelle herzlichen Dank.

Der dritte im Bunde war unser Sportfreund Karl Simshäuser, der vom Gründungstag bis zum heutigen Tag unsere Kassengeschäfte führt. Ihm gebührt ganz besonders Dank und Anerkennung für seine 25-jährige ununterbrochene Vorstandsarbeit. Lieber Karle, ich glaube Dir sagen zu dürfen, der ganze Verein bedankt sich bei Dir für die geleistete Vorstandsarbeit. Herzlichen D a n k!!!

Meine Damen und Herren,

der Spielbetrieb wurde mit einer Senioren- und einer A-Jugend-Mannschaft aufgenommen, man spielte bis Ende der Serie 69/70 als selbständiger Verein in der B-Liga mit mehr oder weniger Erfolg.

Im Jahre 1970 verließen einige Leistungsträger unseren noch jungen Verein, dies war mit ein Grund, dass die Verantwortlichen eine Spielgemeinschaft mit den beiden Vereinen aus Bründersen und Ippinghausen unter dem Namen SG Weidelsburg eingingen, es stellten sich auch die ersten sportlichen Erfolge ein, so konnte man im Seniorenbereich mit der ersten und zweiten Mannschaft jeweils die Vizemeisterschaft in der B-Liga erringen.

Die gemeinsame A-Jugend wurde im gleichen Jahr Kreispokalsieger.

Sportliche Erfolge waren also vorhanden, jedoch gab es innerhalb des Spielgemeinschaftsvorstandes Probleme, die dann wieder zur Auflösung der SG Weidelsburg führten.

Der TSV Bründersen und der FC Altenstädt schlossen sich 1970 nun allein ohne den TSV Bründersen zu einer Spielgemeinschaft zusammen, die bis zum heutige Tage bestand hat, und damit eine der ältesten Spielgemeinschaften in unserem Kreis ist, im nächsten Jahr kann man auf ein20-jähriges Bestehen zurückblicken.

Meine Damen und Herren,

an dieser Stelle  sei es mir gestattet, unseren Partner aus Bründersen für die gute Zusammenarbeit einmal herzlich Danke zu sagen.

Verstärkt setzten sich die Verantwortlichen aus Bründersen und Altenstädt für die Jugendarbeit ein, so konnte man insgesamt 5 Jugendmannschaften melden, Erfolge blieben nicht aus. Im Bereich der C-Jugend wurde man 1971/72 Kreispokalsieger, also kurz Zeit nach dem Zusammenschluss. Dies war jedoch nicht der einzige Erfolg, in den folgenden Jahren folgten noch mehrere Kreismeisterschaften im Bereich der B-Jugend z.B. 2 und im Bereich der A-Jugend insgesamt 4 Kreismeisterschaften.

Meine Damen und Herren,

ich glaube sagen zu dürfen, dass die Jugendarbeit trotz aller Schwierigkeiten sich lohnt und wir dafür zu sorgen haben, dass nach wie vor einen großen Stellenwert in unserer Vereinsarbeit einnimmt.

An dieser Stell möchte ich den Jugendleitern und Betreuern herzlich Dank für ihre Arbeit in unserem Verein sagen.

Wir sind der Auffassung, dass diese kontinuierliche Jugendarbeit, in der Vergangenheit, der Grundstein war für die Erfolge, die sich im Seniorenbereich einstellten.

Im Seniorenbereich war das Ziel, was sich die Verantwortlichen gesteckt hatten, der Aufstieg von der B-Liga in die Kreisliga A nach insgesamt 5 Versuchen gelang uns der lang herbei gesehnte Aufstieg im Spieljahr 84/85 damals rechtzeitig zu unserem 20-jährigen Vereinsjubiläum.

Bereits im Spieljahr 81/82 waren wir dem Aufstieg schon einmal sehr nahe, wir konnten jedoch dass letzte und entscheidende Spiele hier in Altenstädt vor ca. 1.200 Zuschauern nicht für uns entscheiden. Das Spiel endete damals 2:2 und dieses Ergebnis reichte der Eintracht aus Naumburg für den Aufstieg in die Kreisliga A.

Auch im Bereich unserer Reservemannschaft können wir mit Stolz auf das erreichte zurückblicken. So gelang es unserer II. Mannschaft dreimal in Folge in den Jahre 1983-85 Meister der Reserverunde zu werden.

Durch den Aufstieg der ersten Mannschaft in die A-Liga spielte unsere II. Mannschaft in der Spielserie 85/86 in der Reserverunde der Kreisliga-A-Mannschaften und spielte auch in dieser für sie neuen Klasse eine gute rolle und errang die Vizemeisterschaft. Mittlerweile spielt sie in Konkurrenz in der Kreisliga B mit gutem Erfolg.

Meine Damen und Herren,

nachdem der Aufstieg durch unsere erste Mannschaft geschafft war, spielten wir mit wechselndem Erfolg vier Spieljahre in der Kreisliga A.
Unser gemeinsames Ziel von Aktiven und Verantwortlichen war es, jeweils den Klassenerhalt zu sichern, was uns auch gelang. Natürlich will ich nicht verschweigen, dass wir in diesen vier Spieljahren auch in 2 Jahren um den Klassenerhalt bis zum letzten Spieltag zittern mussten, im Abstiegskampf zahlt sich nach unserer Meinung die gute Zusammenarbeit und die Kameradschaft zwischen Spielern und Verantwortlichen zum Wohle unseres Vereins aus.

Spielten wir in der Spielserie 87/88 noch um den Abstieg, gelang es uns in diesem Jahr, was man auf keine Fall erwarten konnte, dass man zum Schluss der Spielserie punktgleich mit dem VfL Simmershausen den 1. Platz in der Kreisliga A belegte. Dies machte es erforderlich, dass ein Entscheidungsspiel über die Mannschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga entscheiden musste. Dieses Spiel fand vor ca. 1.000 Zuschauern in Baunatal-Großenritte statt. Es gelang uns als krasser Außenseiter dieses Spiel in der Verlängerung mit eine 1:0-Sieg für uns zu entscheiden.

Dies ist für uns der größte sportliche Erfolg in unserer 25-jährigen Vereinsgeschichte. Stolz sind wir, dass dieser sportliche Erfolg uns in unserem Jubiläumsjahr gelang.

In all den Jahren wurde jedoch in Altenstädt nicht nur Fußball gespielt.

Wenn ISe heute unsere Sportanlage mit Vereinsheim sehen können, dann ist dies zwar mit Unterstützung der Stadt Naumburg entstanden, wofür wir auch den Stadtvätern danken, jedoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass Sportplatz und Vereinsheim in Eigenleistung in annähernd 18.000 Stunden von unseren Mitgliedern erstellt wurde.

Zum Anlass unseres 20-jährigen Jubiläums 1984 an gleicher Stelle sagte unser damaliger 1. Vorsitzender Hans Franke zum Bau der Sportplatzanlage folgenden Satz, der auch für uns heute noch Bestand hat: „Oberster Grundsatz in unserem Verein muss sein, nie mehr zu verlangen als was wir selbst bereit sind zu geben!!“.

 

Meine lieben Sportfreunde,

Neben der Abteilung Fußball gründeten wir im Jahre 1982 die Damen-Gymnastik-Abteilung und somit bieten wir auch Damen in unserem Verein eine Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen. Die Vielzahl der Neumitglieder in der Damen-Gymnastik-Abteilung beweißt uns, dass die Sparte in unserer Gemeinde  guten Anklang gefunden hat.
Die Mitgliederzahl ist inzwischen auf ca. 40 Personen angestiegen.

Im November 1988 wurde vom Vorstand unseres Vereins eine weitere Sparte „Lauf-Treff“ gegründet.

Damit bieten wir Jungen jedoch auch älteren Mitmenschen in unserer Gemeinde sich sportlich aktiv in unserem Verein zu betätigen.

Ich glaube sagen zu dürfen, dass diese noch junge Sparte eine Zukunft in unserem Verein haben wird.

Die 25 Jahre seines Bestehens haben unseren Verein durch Höhen und Tiefen geführt, haben uns Erfolge und Niederlagen beschert, sie haben ihn aber auch zu einer heute 163 Mitglieder zählenden Sportlergemeinschaft zusammenwachsen lassen, damit ist jeder 5. Bürger von Altenstädt Mitglied in unserem Verein.

Zum Schluss meiner Ausführungen glaube ich sagen zu dürfen, dass unser Verein sich in das Gemeindeleben in unserer örtlichen Gemeinschaft gut eingeführt hat und eine feste Größe im Sportkreis und damit auch über die Grenze unseres Ortes hinaus geworden ist.

Meine Damen und Herren,

ich möchte mich bei den örtlichen Vereinen, die den heutigen Abend mit gestalten herzlich für ihre Unterstützung bedanken.

Dank sagen möchte ich auch Ihnen allen, die heute Abend gekommen sind um mit uns unser Jubiläum zu feiern.

Ich danke Ihnen!!!

 

(Heinz Ritter, Erster Vorsitzender des FC Altenstädt)